Von P. K. Sczepanek


"Ein Hitler-Denkmal in Deutschland?"



Pobieranie 1.27 Mb.
Strona17/26
Data29.10.2017
Rozmiar1.27 Mb.
1   ...   13   14   15   16   17   18   19   20   ...   26

"Ein Hitler-Denkmal in Deutschland?"


"Können Sie sich vorstellen, dass in Deutschland ein Hitler-Denkmal steht?", fragt Durnwalder. Erst in den letzten Wochen kam Bewegung in die Denkmäler-Debatte. In den Katakomben unter dem Siegesdenkmal soll jetzt ein Dokumentationszentrum zur Südtiroler Geschichte entstehen. Das Relief über dem Finanzgebäude soll mit einer Milchglasplatte verblendet werden.

Warum aber hängen so viele an diesen Denkmälern? Antonio Frena, Chef der Demokratischen Partei, möchte beschwichtigen. Grundsätzlich würden die Südtiroler gut zusammenleben, betont er. Frenas Büro liegt etwas versteckt in einem mehrstöckigen Haus an einem Stadtplatz in Bozen. Der Politiker spricht gutes Deutsch.

Seine Partei stellt den Bürgermeister von Bozen. Frena hat Verständnis für diejenigen, die sich für die Denkmäler einsetzen: "Von mir aus können sie den Mussolini abbauen und in den Keller der Geschichte bringen", sagt Frena. "Aber für einige Italiener sind sie ein Symbol für Italien, ein Identitätssymbol.

Auch für die Italiener, die nicht rechts wählen." Frena schätzt den Landeshauptmann, aber er meint, "das mit der österreichischen Minderheit" würde zeigen, dass Durnwalder eben doch nicht für alle Südtiroler spreche, sondern nur für die Deutschsprachigen.


70 Prozent deutsch, 30 Prozent italienisch


Mehr als zwei Drittel der Bozener sind italienischsprachig. Landesweit sprechen fast 70 Prozent deutsch, knapp 30 Prozent italienisch, und es gibt noch eine kleine ladinischsprachige Minderheit. Der wohl berühmteste Südtiroler, Reinhold Messner, zählt sich zu keiner der Gruppen: "Ich bin kein Deutscher, kein Österreicher, kein Italiener – sondern ich bin Südtiroler. Eventuell noch Tiroler."

Im Ausland muss er das etwas länger erklären. Messner sitzt auf der Terrasse vor seinem Museum, das in einem Schloss untergebracht ist, auf einem Berg über Bozen, und wünscht sich "Convivenza" – ein Zusammenleben.

Er hält alle Nationalstaaten für Fehlgeburten. Europa sei die Zukunft. Die Kulturen, meint er, sollen sich wieder entlang der Regionen bilden – über nationale Grenzen hinweg. Er möchte sich nicht vereinnahmen lassen. Als der Bergsteiger 1978 von der Mount-Everest-Besteigung zurückkam, feierten ihn seine Landsleute.

Ein Politiker sagte, der Reinhold habe das für Südtirol getan, er habe die Südtiroler Fahne auf den Everest getragen. Messner antwortete, er habe keine Fahne dabeigehabt und er habe es auch nicht für Südtirol getan. Er sagte: "Ich bin mir meine eigene Heimat, und mein Taschentuch ist meine Fahne", und schwenkte sein Taschentuch. Als Heimatverräter und Nestbeschmutzer haben ihn manche daraufhin bezeichnet.


Loslösung Südtirols per Volksentscheid?


Ob eine Loslösung Südtirols von Italien per Volksentscheid ein demokratischer Vorgang wäre? Es wäre genauso ein Verbrechen an den italienischen und ladinischen Minderheiten, wie es den Deutschsprachigen ehemals widerfahren sei, sagt Messner. Sein Vater arbeitete zu der Zeit als Lehrer in den geheimen Katakombenschulen und unterrichtete die verbotene deutsche Sprache.

Damals sei eine sehr starke germanophile Haltung entstanden, meint Messner. Er spricht über die Option von 1939: Hitler hatte schon in "Mein Kampf" angekündigt, dass er auf Südtirol verzichten würde, um das Bündnis mit Rom nicht zu gefährden.

Tatsächlich vereinbarte er später mit Mussolini, dass die deutschsprachigen Südtiroler sich zwischen Italien und dem Deutschen Reich entscheiden sollten. Wer für das Deutsche Reich optierte, sollte das Land verlassen und auf die Krim umsiedeln. Messners Eltern hätten das auf sich genommen, genau wie 86 Prozent der Deutschsprachigen.

Eine Geschichte von Messners Mutter


Wenn es um das Thema Identität geht, erinnert sich Messner gern an eine Geschichte, die seine Mutter ihm erzählte. Bei einem Spaziergang zeigte sie auf einen Hof an einem steilen Hang. Dem Eigentümer wurde gesagt, er solle sich entscheiden – also für Deutschland stimmen und umsiedeln. Der Hofbesitzer sagte, er wolle aber den gleichen Hof wieder bekommen.

Man sagte ihm, er könne einen besseren Hof bekommen – auf einer flachen Ebene. Der Bauer aber sagte, er wolle genau den gleichen Hof: gleich steil, und dahinter wolle er die gleichen Berge sehen. Der Mann stimmte fürs Dableiben.

© Axel Springer AG 2013. Alle Rechte vorbehalten

http://tvthek.orf.at/programs/1277675-Suedtirol-heute

film: - Südtirol Heute - 15.03.2013 18:30 Uhr


Meistgelesene Artikel

  1. 1. Wolfgang Bosbach "Bei der ersten SMS lag ich noch auf dem Boden"



  2. 2. Griechenland Nationalspieler nach Hitlergruß lebenslang gesperrt



  3. 3. Meinung Protestparteien Warum die "Alternative" keine Alternative ist

Meinung 17.03.13 -

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article114516376/Warum-die-Alternative-keine-Alternative-ist.html

Protestparteien

Warum die "Alternative" keine Alternative ist


Die Angst vor einem übermächtigen Europa ist groß. Aber kann man deshalb eine Partei wählen, die tatsächlich zurück zur D-Mark will? Die "AfD" fabuliert von einem Zuhause, das es nicht mehr gibt. Von Torsten Krauel

Bild….

Bernd Lucke, Professor für Makroökonomie und einer der Initiatoren der Partei "Alternative für Deutschland", redet beim ersten informellen Treffen der Partei in Oberursel Bild teilen

Bild teilen

Weiterführende Links


  • Bundestagswahl: Warum wollen Sie zurück zur D-Mark, Herr Lucke?

  • Zypern-Rettung: Der gefährliche Etappensieg der Euro-Pragmatiker

  • Neue Partei: Alternative für Deutschland hat gute Argumente

  • Umfrage: Wählerpotenzial für deutsche Anti-Euro-Partei

Themen

  • Angela Merkel Helmut Schmidt Peer Steinbrück Jürgen Trittin Horst Seehofer Frank-Walter Steinmeier

  • Philipp Rösler Europäische Union Agenda 2010

Die Schnellentscheider gegen den Euro sind unterwegs. Die neuen Alternativen. Schnellschüsse für den Euro gibt es ihrer Meinung nach genug, jetzt muss gebremst werden.

Sie kommen aus dem akademischen Bürgertum, nennen sich "Alternative für Deutschland" (AfD) und formulieren knappe Brutalo-Sätze wie "Die Altparteien sind verkrustet und verbraucht", oder "Deutschland braucht den Euro nicht". Bernd Lucke, der führende Kopf der Partei, präsentiert auf der Webseite seiner Vorgängergruppe "Bündnis Bürgerwille" ein Video zu Risiken des Euro-Schutzschirms, "Dauer: knapp zehn Minuten".



Bei Minute 2:24 enthält es die erste tendenziöse Aussage: Der Euro-Schutzschirm ist nicht privatrechtlich mit "Stammkapital" versehen, um uns in Täuschungsabsicht zu suggerieren, nur eine Firma statt wir Steuerzahler gäben Hilfen an Athen. Er ist so organisiert, weil eine andere Rechtsform die Änderung der EU-Verträge erfordert hätte. Dafür war in der Krise keine Zeit. So wenig wie 1962, als Helmut Schmidt die Bundeswehr bei der Hamburger Sturmflut einsetzte, obwohl das keine rechtliche Grauzone, sondern völlig illegal war.

Eine Partei unter der Lupe


Angela Merkel wusste das, sie ist nicht blind dort hineingestolpert, aber sie hielt das Risiko eines privatrechtlich organisierten Stützungsfonds auch mit Blick auf Karlsruhe in der gegebenen Notlage für vertretbar. Nun präsentiert der Chef der "Alternative für Deutschland" das Video unausgesprochen als Hinweis auf Fahrlässigkeit.

Foto: dpa Die "Alternative für Deutschland" (AfD) soll im April offiziell ins Leben gerufen werden und zur Bundestagswahl antreten



Umfrage


Zwei von drei Deutschen wollen D-Mark zurück

Wer in zehn Minuten das komplizierteste Thema der europäischen Politik abschließend darlegen zu können glaubt, ist ein Genie. Wer es in einem solchem Zeitraum auf den Müllhaufen wirft, ist ein Vereinfacher.

Mit zwei Sätzen 30 Jahre europäische Politik zum Irrweg zu erklären steht jedem frei. Genauso frei steht es, eine Partei unter die Lupe zu nehmen, die in der Mitte der Bürgergesellschaft politisch fast intolerant den kompliziertesten Reformprozess der Gegenwart stoppen und historisch betrachtet nach Hause zurückkehren will – in ein Zuhause, das es nicht mehr gibt.

Ist das zu scharf gesagt, politisch intolerant? Nein. Die "Alternative für Deutschland" bejaht zwar "uneingeschränkt die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und die im Grundgesetz und in den Römischen Verträgen angelegte friedliche Einigung Europas". Der erste Satz ihres Wahlaufrufs lautet, man setze sich ein "für Respekt vor dem Recht und dem gegebenen Wort".

Was dann aber folgt, ist beim Thema Euro die Haltung, dass alle anderen Mitbewerber Idioten sind. Die neue, von Akademikern beherrschte Partei hat sogar einen "Wissenschaftlichen Beirat", und mit dieser geballten Kompetenz erweckt sie mit wenigen Sätzen den unbeirrbaren Eindruck, wir würden von einer Bande tatsachenblinder Politiker in den Ruin getrieben.



Pobieranie 1.27 Mb.

Share with your friends:
1   ...   13   14   15   16   17   18   19   20   ...   26




©operacji.org 2020
wyślij wiadomość

    Strona główna
warunków zamówienia
istotnych warunków
przedmiotu zamówienia
wyboru operacji
Specyfikacja istotnych
produktu leczniczego
oceny operacji
rozwoju lokalnego
strategii rozwoju
kierowanego przez
specyfikacja istotnych
Nazwa przedmiotu
Karta oceny
ramach działania
przez społeczno
obszary wiejskie
dofinansowanie projektu
lokalnego kierowanego
Europa inwestująca
Regulamin organizacyjny
przetargu nieograniczonego
kryteria wyboru
Kryteria wyboru
Lokalne kryteria
Zapytanie ofertowe
Informacja prasowa
nazwa produktu
Program nauczania
Instrukcja obsługi
zamówienia publicznego
Komunikat prasowy
programu operacyjnego
udzielenie zamówienia
realizacji operacji
opieki zdrowotnej
przyznanie pomocy
ramach strategii
Karta kwalifikacyjna
oceny zgodno
Specyfikacja techniczna
Instrukcja wypełniania
Wymagania edukacyjne
Regulamin konkursu
lokalnych kryteriów
strategia rozwoju
sprawozdania finansowego
ramach programu
ramach poddziałania
kryteriów wyboru
operacji przez
trybie przetargu